VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Bianca  |  Charlotte  |  Hannah N  |  Hannah S  |  Jannika  |  Jolanthe  |  Jost  |  Jonathan  |  Julia P  |  Julia W

Katharina  |  Laura Fe  |  Lennard  |  Linda  |  Lisa  |  Momo  |  Rebekka  |  Sarah G  |  Sarah N  |  Sina  |  Svenja

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Die kleinen Angewohnheiten

Autor: Jannika | Datum: 24 November 2016, 11:17 | 1 Kommentare

Wenn es mit der Sprache nicht so ganz klappt, kann man sich ja mit Lauten oder Zeichen verständigen, oder? Nicht, wenn sie aus Gewohnheit unterschiedlich interpretiert werden...

Da ist zum Beispiel "ya?", was mir vor allem am Anfang oft aufgefallen ist. Als ich die Fragen teilweise noch sehr mühsam zusammengesetzt habe, war es etwas frustrierend. Denn es war keine ja-oder-nein Frage. Naja nach dem zweiten Versuch habe ich dann oft eine Antwort bekommen, die Sinn machte. Ich schätze ein "ya?" klingt schon höflicher als ein "hä?", aber da ich es am Anfang nicht gewohnt war, wollte ich schon gerne mal "nein!" sagen... mittlerweile geht es aber. Mir wurde erzählt, dass es in Sentani sogar ein Dialekt gibt, der an jedes Satzende ein "ya?" packt.

Dann wäre da noch eine abwinkende Handbewegung, die ich immer noch als "warten" oder "bleib dort!" interpretiere. Hier ist damit allerdings "komm" gemeint. Wenn das jemand zu mir macht, denke ich, die Person kommt gleich zu mir, also warte ich. Nichts passiert. Wenn die Person wieder auftaucht und nochmal so winkt, frage ich mich warum, denn ich warte doch schon. Bis ich dann verstehe, dass ich ihr folgen soll.

Und zu guter letzt das "m-m" als "nein". Vor meiner Abreise hat uns eine Süd-Nord-Freiwillige schon gesagt, dass "m-m" hier "ja" heißt, aber die Angewohnheit kann ich nicht einfach abschalten. Das hat schon ein paar Mal für Verwirrung gesorgt.

Dessy: Ist dein Vater Pastor?

Ich: M-M Lehrer

Dessy: Ya?

oder 

Dessy: Möchtest du noch Papaya?

Ich: M-M (gebe ihr die Papaya und blicke in ein verwirrtes Gesicht)

Jetzt veralbern wir uns immer ein bisschen und machen ständig "m-m". Bloß weiß die andere jetzt überhaupt nicht mehr, ob es diesmal ein ja oder nein sein soll... :)

Mal sehen, ob ich irgendwann umschalten kann, was die kleinen Angewohnheiten angeht...

Übrigens habe ich jetzt eine Reisegenehmigung für 2 Monate und fliege am Samstag, den 26. November. Nach so langer Zeit hier in Jayapura und so kurz vor den ganzen Feiern im Dezember wird der Abschied nicht ganz leicht  fallen, aber ich freue mich riesig, endlich das selber zu sehen und erleben, wovon ich schon so viel schönes gehört habe!

Das nächste Mal hört ihr von mir dann also aus Wamena

Jannika

 

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

  1. 1. Christian Zöllner  |  30 November 2016, 13:04

    Das m-m als Zustimmung (und zwar genau in der Tonlage wie das deutsche Nein) hat mich auch ziemlich verwirrt damals... :-)

    Danke für den schönen Bericht und die Gelegenheit für Nostalgie und Schmunzeln.

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype